Segeln lernen | die zweite Segelstunde #2

Segelboote | Ostsee | Segeln lernen | Sommer | Canon Eos 70d
Meine zweite Segelstunde – Aufregung, Adrenalin und was mache ich hier eigentlich?
Ich muss gerade richtig lachen. Hier werden Erinnerungen wachgerufen – euch die zu beschreiben wird eine echte Herausforderung für mich … 
Meine zweite Segelstunde war der Wahnsinn. Glaubt mir, was ich euch gleich erzählen werde, stellt meiner Meinung nach jedes GZSZ-Drama in den Schatten. Aber ich will nichts vorwegnehmen, denn meine Erzählung soll, wie es sich gehört, am Anfang beginnen. Schließlich gibt es nichts Langweiligeres, als das Ende eines Buches schon am Anfang zu lesen. (Menschen, die das machen, werde ich glaube ich nie verstehen. Ein bisschen Spannung gehört doch schließlich zum Leben.)
Nachdem meine liebe Freundin und Segelpartnerin Marie und ich unsere Jolle zum Segeln bereit gemacht hatten, schnappten wir uns das Paddel und versuchten, ohne eine der teuren Jachten um uns herum zu rammen, unser kleines Segelboot erst aus unserer engen “Jollen-Parklücke” und schließlich aus dem Hafen zu manövrieren. Was uns, nach einer kurzen Rückwärtsfahrt und einigen Rotationen im Kreis, irgendwann auch gelang. Auf dem großen, weiten Meer angekommen traf Marie und mich der Schlag. Bevor wir überhaupt wussten, was passiert, erfasste der Wind unsere Segel und wir brausten mit Lichtgeschwindigkeit über das Wasser. Da wir bis dato noch nie gesegelt waren und unser Segellehrer uns gewissermaßen ins kalte Wasser warf (ohne Theorie und Erklärungen) hatten wir zwei echt keinen Plan, was wir da eigentlich taten. Und das bei starkem Wind und frischen Brisen.
Demzufolge kam es, wie es kommen musste. Wir fuhren eine Patenthalse (Halse, bei der der Baum unkontrolliert rüberkommt) nach der nächsten und waren einige Male kurz vorm Kentern. Irgendwann schnellte wieder einmal der Baum (Querstange zum Mast) hinüber, ich wollte ihn mit der Hand abwehren und verfing mich mit meinem Handschuh am Segel. Ich konnte den Segelhandschuh nicht mehr befreien und zog ihn deshalb schnell aus, sodass wir mit einem an unserem Segel baumelnden Handschuh weitersegeln mussten. Eine Segellehrerin einer anderen Gruppe kam zu uns, schaute hinüber und fragte: “Habt ihr den Handschuh da absichtlich hingehängt?” Ich dachte nur noch, klar immer doch – ist unser Windmesser. Damals sind wir vor Panik auf der Jolle echt gestorben, heute lache ich mich schlapp, wenn ich an diese Segelstunde denke. Viel Adrenalin und Spaß – nach dieser Erfahrung ist das wohl die bleibendste und treffendste Beschreibung, die ich euch über meine zweite Segelstunde geben kann.

Kurze Erklärung zur Windrichtung und Windstärke
Wenn Segler den Wetterbericht checken, interessiert sie vor allem die Windrichtung und die Windstärke. Bei der Windrichtung unterscheidet man zwischen “ablandig”, was bedeutet, dass der Wind über das Land auf das Wasser weht und “auflandig”. Letzteres bedeutet, dass der Wind vom Wasser Richtung Land weht. Dieser Wind sorgt für Wellen, wohingegen bei ablandigem Wind die Wasseroberfläche ruhig beziehungsweise glatt bleibt. Für Jollensegler sind Brisen, von schwach bis frisch (Wind 7-21 Knoten), die besten Windstärken. Bei steifem oder stürmischem (ca. Wind 28-40 Knoten) Wind, bleiben auch erfahrene Segler besser im Hafen.
Natürlich kann man beim Segeln auch nicht nur in eine Richtung, sondern verschiedene Kurse fahren. Alles andere, wäre ja langweilig.

Jolle | Segelboot | Segeln lernen | CAU | Sommer | Ostssee | Meer | Wellen | Wind | Canon Eos 70d
Steg

Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten.

(Die Wikinger)

Jolle | Jollensegeln | Segeln lernen
Lies alles über meine Eindrücke aus der ersten Segelstunde und zum Thema Knotenkunde und Segeltasche packen.
Kuss | Kiss

  1 Kommentar für “Segeln lernen | die zweite Segelstunde #2

  1. 29. Juli 2016 at 11:57

    Wir waren damals auf unserer Abifahrt Segeln. Allerdings auf einem größeren Boot. Wir mussten zwar alle mithelfen und haben in der Zeit auch die ein oder anderen Knoten etc. gelernt, aber generell konnten wir uns natürlich auf die Skipper verlassen. War eine echt lustige und faszinierende Zeit!

    Dankeschön für deine lieben Worte zu meinen Fotos! :)

Hinterlasse einen Kommentar zu Christine Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *